Monika Heigermoser & Janine Pagel

Interview mit Monika Heigermoser & Janine Pagel
Thema: 150 Jahre Immanuelskirche – Was feiern wir?

mon & Jan

Monika Heigermoser, ehemalige Leitung des Kulturbüros Wuppertal und seit 2019 Schatzmeisterin im Förderverein Kulturzentrum Immanuel und Janine Pagel, Geschäftsleitung im Kulturzentrum Immanuel werden von Nikola Dünow, Kirchenkreis Wuppertal, interviewt.

Seit Januar arbeiten Vorstand und Geschäftsführung des Fördervereins in neuer Konstellation zusammen. Und noch im gleichen Jahr steht das große Festprogramm zum 150-jährigen Jubiläum der Immanuelskirche an. War das nicht ein ziemlicher Kraftakt?
Janine Pagel: Ja. Das war schon eine Herausforderung. Normalerweise vermieten wir ja unsere Räume und sind nicht selber Veranstalter (lacht).
Es war das erste Mal, dass wir selbst ein Programm auf die Beine gestellt haben. Zum Glück hatten wir mit Frau Heigermoser eine sehr erfahrene Person an der Seite.

Das Haus hat eine hohe Attraktivität

Was ist Ihr Highlight bei dem Programm?
Janine Pagel: Das Besondere ist, dass das Programm sagt, wie wir waren, wie wir sind und wohin wir in Zukunft wollen. Gleichzeitig haben wir auch unser neues Design vorgestellt.
Das Haus hat eine unfassbar hohe Attraktivität und das wollen wir auch genauso nach außen tragen. Für das Logo hat uns das Hauptportal mit den Rosettenfenstern inspiriert.

Monika Heigermoser: Für mich gibt es kein spezielles Highlight, sondern fünf Veranstaltungen, die in ihrer Ausprägung ziemlich gut die Immanuelskirche widergeben.
Natürlich der Kantate-Gottesdienst mit der Kantorei Barmen-Gemarke, dann die Führung zur Baugeschichte der Kirche mit dem Architekten und schließlich zwei Konzerte für eher junges Publikum.
Den Abschluss bildet unsere Festveranstaltung „Immamnuel 150 / 35“ mit vielen Partnerinnen und Partnern unserer Geschichte als Kulturkirche. Das alles macht uns aus.

Die Kantate-Gottesdienste gehören fest zur Immanuelskirche dazu

Wo wollen Sie denn in Zukunft hin mit Ihrem Programm?
Janine Pagel: Die Kantate-Gottesdienste gehören fest zur Immanuelskirche dazu. Die „alten Bekannten“, die die Immanuelskirche noch als Gottesdienststätte kennen und die mit dem Gebäude als Kirche aufgewachsen sind, wollen wir natürlich weiterhin abholen.
Gleichzeitig wollen wir uns mit einem Programm wie mit Florian Franke und Anna Luca (20.09) noch mehr für ein junges Publikum öffnen.
Unser Signal soll sein: Die Immanuelskirche ist nicht ausschließlich Kirche, wir sind im Programm sehr flexibel und wollen uns für neue Zielgruppen öffnen, ohne dabei die vertrauten Gesichter aus den Augen zu verlieren.

Warum lohnt sich denn ein Besuch der Immanuelskirche?
Janine Pagel: Nach der Stadthalle sind wir eine der größten Locations in Wuppertal. Wir sind ein Verein und damit klein und familiär, wir können aber dennoch große Veranstaltungen stemmen.
Dabei nehmen wir uns für jeden Veranstalter Zeit, das ist unsre Philosophie. Hier gibt es ein sehr persönliches Miteinander und das spürt auch der Besucher.
Und natürlich ist die Kirche als Gebäude sehr schön und wir haben in den vergangenen Jahren viel in die Infrastruktur investiert. Gleichzeitig ist die Akustik hervorragend. Gerade jetzt, wo wir eine neue Beschallungsanlage bekommen, wird das Niveau noch weiter verbessert.

Die Immanuelskirche ist seit 150 Jahren ein Ort der Begegnung, des Friedens und der Kultur im Osten Wuppertals
Erbaut von der reformierten Gemeinde Barmen-Gemarke 1867 bis 1869
Hier wurde im Mai 1934 die Barmer Theologische Erklärung diskutiert und verfasst
1984 wird die Immanuelskirche in eine der ersten Kulturkirchen Deutschlands umgewandelt
(s. Jubiläumsfestschrift des Fördervereins)

Die Struktur des Publikums ist besonders

Monika Heigermoser: Das Gebäude hat seine eigene Geschichte und das spürt man deutlich. Auch die Struktur des Publikums ist besonders: Viele kulturaffine Menschen kennen die Kirche von früher und schätzen besonders die hochwertige Musik, die sie hier hören können.
Und dann das jüngere Publikum, das Weltmusik hören möchte. Das ist eine gute Mischung an einem stabilen Ort.

Janine Pagel: Und man sieht hier immer wieder sehr viele bekannte Gesichter. Man kennt sich und grüßt sich – das macht auch einen besonderen Reiz aus.

Die ehemalige Kulturbüroleiterin der Stadt, Monika Heigermoser, gehört zum neuen Vorstand des Fördervereins (seit Januar 2019) und ist Schatzmeisterin.

Es gab ja für durchaus turbulente Zeiten. Worauf sind Sie rückblickend besonders stolz?
Janine Pagel: Wir haben es geschafft, die Krise abzuwenden und dafür zu sorgen, dass die Kirche nicht geschlossen werden musste. Das erfüllt uns mit Stolz.

Wir sind weit über die Stadt hinaus bekannt

Monika Heigermoser: Wir sind eine wunderbare Kulturkirche geworden und weit über die Stadt hinaus bekannt.

Janine Pagel: Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass die CD-Produktionen sehr zugenommen haben. Die Produzenten kommen von der ganzen Welt in die Immanuelskirche. Aus Frankreich, Amerika und der Schweiz.

Vielen Dank für das Gespräch.

Janine Pagel ist arbeitet seit fünf Jahren in der Geschäftsstelle beim Förderverein der Immanuelskirche, seit zwei Jahren ist sie die Geschäftsführerin.